Corona-Bekämpfung: UPDATE vom 08.04.2021

Zugelassene Impfstoffe / Nebenwirkungen:

 

Aktuell haben deutsche und europäische Arzneimittel -Behörden eine Zulassung für die Firma Biontech / Pfizer und Moderna (beide mRNA basierte Impfstoffe) sowie Astra Zeneca (siehe bitte ausführliche Informationen weiter im Beitrag) und Johnson & Johnson (beide vektorbasierte Impfstoffe) erteilt.

 

Die Angaben zur Wirksamkeit führen momentan sehr in die Irre. Das liegt hauptsächlich daran, dass bisher keine Impfstoffe eins zu eins verglichen worden sind. Ferner haben die durchgeführten Studien der Herstellerfirmen sehr unterschiedliche „Designs“ und auch die Patientenkollektive sind nicht direkt vergleichbar.

 

Entscheidend für den Nutzen eines Impfstoffs ist aber der Schutz vor schweren Komplikationen, Klinikeinweisungen, Aufnahmen auf der Intensivstation und Tod.

 

Gegen heftiges Leid erreichen alle vier zugelassenen Impfstoffe Quoten von 85-95 Prozent.

 

Manchmal tut der Arm weh, manchmal schmerzt der Kopf. Ärzte, Fachleute, Impfstoffhersteller, Sie alle überrascht das nicht. Denn dass diese Impfstoffe Folgen haben, das war allen von Anfang an bewusst. Sie sollen auch Folgen haben. Sie sollen vor COVID-19 schützen.


Das bedeutet, dass sie auch im Körper Reaktionen hervorrufen.
Welche Folgen die Impfstoffe außer dem Schutz vor COVID-19 haben, wurde schon vor der Zulassung in großen Studien an jeweils mehreren 10.000 Menschen untersucht.

Aber auch seitdem die Impfstoffe zugelassen sind, erfassen Behörden weltweit Nebenwirkungen und mögliche Komplikationen. In Deutschland tut dies das Paul Ehrlich Institut und die Berichte über alle gemeldeten Verdachtsfälle sind für jeden im Internet abrufbar.


Auch in anderen Ländern erfassen die Behörden, wie es Menschen nach der Impfung ergeht. Insofern haben wir mittlerweile ein sehr umfassendes Bild von über 100 Millionen Menschen weltweit, die einen der Impfstoffe erhalten haben. 

Impfstoff-Experten teilen die möglichen Folgen von Impfstoffen in drei Kategorien ein:

–        Impfreaktionen, 

–        Impfkomplikationen und 

–        Impfschäden 

 

Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind nicht nur effektiv, sie schützen sehr gut vor COVID-19. 

Bleibende Impfschäden, also etwa Veränderungen des Nervensystems durch Impfungen wurden bei allen vier Impfstoffen nicht bekannt. Sie sind im Übrigen auch ohnehin selten in Folge von Impfungen.

 

Schwere Nebenwirkungen, Impfkomplikationen also kamen aber nach den Impfungen gegen Corona durchaus vor. In den Zulassungsstudien waren sie allerdings eine Rarität und auch bei den Erfahrungen der deutschen und internationalen Behörden zeigt sich, dass sie sehr selten sind.

 

In Deutschland kam es bei 6 Millionen Impfungen zu 2003 Verdachtsfällen von schweren Nebenwirkungen, also welche die von Ärzten als schwerwiegend klassifiziert wurden, oder wo die geimpften im Krankenhaus behandelt wurden, d.h. also 3 von 10.000 Impfungen führten zu so einem schweren Verdachtsfall.


Zu den schwerwiegendsten Folgen zählt unter anderem die anaphylaktische Reaktion, also der schwerwiegende Schock.  Das wurde in Deutschland bei den 6 Millionen Impfungen 67-mal beobachtet. Menschen haben also eine Entgleisung ihres Immunsystems erlebt, die dringend behandlungsbedürftig war. Man muss aber bedenken, dass keiner dieser Fälle Langzeitfolgen entwickelt hat. Wegen dieses Risikos für einen allergischen Schock, der im Übrigen auch schon aus dem Zulassungsstudien bekannt war, müssen Geimpfte nach der Impfung noch 15 Minuten im Impfzentrum bleiben. Dort werden sie beobachtet. 

Menschen, die schon einmal einen allergischen Schock hatten, müssen deshalb besonders vorsichtig sein. Sie sollten unbedingt den Impf- Arzt darauf ansprechen bevor sie die Impfung erhalten Menschen mit ganz gewöhnlichen Allergien, wie zum Beispiel Heuschnupfen müssen sich dagegen keine Sorgen machen.

Von ihnen wurden schon Tausende in die Zulassungsstudien einbezogen ohne, dass dabei Komplikationen aufgetreten wären.

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Nun aber zu den Nebenwirkungen, die wirklich häufig sind:

Dazu gehören Rötung an der Einstichstelle, Schwellung, Schmerzen im Oberarm durchaus auch Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Muskelschmerzen, Fieber und allgemeines Unwohlsein. Sehr viele der geimpften haben für ein paar Tage solche Symptome und manche auch mehrere davon dabei unterscheiden sich übrigens die drei Impfstoffe kaum diese zwar mit unter unangenehmen, aber unproblematischen Impfreaktionen sind übrigens ganz normal.

Sie treten bei vielen Impfungen auf Sie sind eigentlich auch sogar ein gutes Zeichen, denn sie bedeuten, dass der Körper reagiert, dass er auf diese Impfung hin das tut, was er tun soll, nämlich eine Immunreaktion aufbauen.

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Aktuelle Pandemielage:

Die Entscheidung Astra Zeneca neu zu bewerten, beruht auf neuen Daten zu seltenen Nebenwirkungen nach der Gabe des Vakzins. 31 Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen wurden laut dem Paul-Ehrlich-Institut bislang in zeitlichem Zusammenhang mit einer Astra-Zeneca-Impfung gemeldet. Auffällig dabei: Es waren nur Menschen unter 65 Jahren betroffen, davon 29 Frauen und 2 Männer. 9 von ihnen sind gestorben.

Im Verhältnis zu 2,8 Millionen in Deutschland verimpften Dosen sind dies verschwindend wenige Fälle, die scheinbar dank eines vor allem in Deutschland sehr gut funktionierendes Frühwarnsystem, in der Lage ist, selbst diese sehr seltenen möglichen Nebenwirkungen eines Impfstoffes zu erkennen. In Großbritannien gab die zuständige Arzneimittelbehörde MHRA – am 07.04.2021 bekannt, dass man künftig keine unter 30-Jährigen mehr mit dem Vakzin von Astra Zeneca impfen werde. Nach Angaben der MHRA sind in Großbritannien bislang 79 Fälle von seltenen Blutgerinnseln nach Impfungen mit dem Präparat aufgetreten. Dabei kam es zu 19 Todesfällen, die meisten dieser Fälle betrafen junge Menschen. Eine Studie der Uni Oxford, bei der das Vakzin an Kindern getestet werden sollte, wurde vorübergehend gestoppt.

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Die Gefahr, schwer an Covid-19 zu erkranken oder daran zu sterben, ist mit Blick auf die gesamte Bevölkerung immer noch viel höher als mögliche Komplikationen durch eine Impfung. Mittlerweile ist der Impfstoff für Ältere freigegeben, da Daten gezeigt hatten, dass er bei Menschen über 65 Jahren hochwirksam ist – und offenbar dort auch keine schweren Nebenwirkungen hervorruft.

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Bei der Astra-Zeneca-Impfung deuten die vorliegenden Daten allerdings darauf hin, dass in der Gruppe der jungen, gesunden Frauen die Gefahr, durch eine Impfkomplikation schwer zu erkranken oder zu sterben, ähnlich groß sein kann wie das Risiko einer schweren oder tödlich verlaufenden Sars-CoV-2-Infektion.

Die ersten Patienten, die kurz nach einer Impfung mit Astra Zeneca eine Thrombose in blutabführenden Gefäßen im Gehirn erlitten, zeigten eine gemeinsame Auffälligkeit: In ihrem Blut war die Zahl der Thrombozyten verringert. Thrombozyten dienen der Blutgerinnung, sie lassen das Blut – grob vereinfacht – verklumpen, überall dort, wo sie aktiviert werden, etwa bei einer Schürfwunde am Knie.

Diese Kombination aus Hirnvenenthrombus und verringerter Thrombozytenzahl machte Fachleute stutzig. Das Krankheitsbild erinnerte sie an eine sogenannte Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT). Nur, und das war die Besonderheit, die betroffenen Patienten waren nicht mit dem Blutverdünner Heparin behandelt worden. Eilig untersuchte Blutproben der Erkrankten weckten schließlich einen anderen Verdacht. Nicht Heparin, sondern eine andere Substanz könnte eine Immunreaktion ausgelöst und damit den lebensgefährlichen Thrombus verursacht haben. Forscher um den Transfusionsmediziner Andreas Greinacher von der Universität Greifswald haben diesen Erklärungsansatz nun in einer Studie publiziert, die allerdings noch nicht von Fachkollegen begutachtet wurde. In Anlehnung an die Heparin-induzierte Thrombozytopenie schlagen sie für den vermuteten Mechanismus den Namen vaccine induced immune thrombocytopenia (VIPIT) vor, also impfungsinduzierte Immun-Thrombozytopenie. Demnach könnte, so die derzeit plausibelste Hypothese, ein Bestandteil des Astra-Zeneca-Impfstoffs oder auch das durch die Impfung gebildete Sars-2-Oberflächenprotein zusammen mit einem natürlicherweise im Blut vorkommenden Protein die Bildung spezifischer Antikörper auslösen.

 

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Hirnvenenthrombose zu erkranken, ist gering und tritt, wenn überhaupt, etwa fünf bis 16 Tage nach der Impfung auf. „Da dieser Mechanismus in abgewandelter Form bereits bekannt ist, gibt es eine Therapiemöglichkeit für die Patienten, was sehr beruhigend ist“. Noch beruhigender sei die Tatsache, dass jedes mittelgroße Krankenhaus über Therapiemöglichkeiten wie zum Beispiel Gerinnungshemmer verfüge und Patienten damit rasch und sicher geholfen werden könne.

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Für Personen im Alter <60 Jahren, die bereits eine erste Impfung mit dem AstraZeneca-COVID-19-Impfstoff erhalten haben, empfiehlt die STIKO per 02.04.2021, anstelle der 2. AstraZeneca-Impfdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen. Hintergrund hierfür ist, dass der von einer einmaligen AstraZeneca-Impfung ausgelöste Schutz nach 12 Wochen abzunehmen beginnt.

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Mutationen entstehen zufällig. Manche machen den Erreger infektiöser, etwa die Variante namens B.1.1.7, die zuerst in England nachgewiesen wurde. Sie führt zudem zu schwereren Verläufen als das ursprüngliche Virus, der sogenannte Wildtyp. Es kann auch zu Mutationen kommen, die den Immunschutz durch Impfstoffe aushebeln. Wenn sich eine Virusvariante mit einer solchen Mutation gerade in einem Menschen vermehrt, der einen Impfstoff verabreicht bekommt, wird sie von der Impfung nicht beeinträchtigt und kann sich verbreiten – wenn denn Menschen in der Nähe sind, die sich nicht durch Masken, Abstand und andere Hygienemaßnahmen hinreichend schützen. Wer das Risiko für impfresistente Mutanten reduzieren möchte, bringt deshalb erst die Zahl der täglichen Neuinfektionen runter und impft dann die Bevölkerung in hohem Tempo.

Manche Mutationen sind für die Viren fatal, dann vermehren sie sich nicht mehr. Andere haben kaum einen Effekt. Und dann gibt es jene, die den Erregern Vorteile verschaffen im Spiel der Evolution.

Helfen die Mutationen dem Virus, die durch eine frühere Sars-CoV-2-Infektion oder Impfung hervorgerufene Immunabwehr zu umgehen, zum Beispiel, weil die Abwehrzellen den Erreger wegen Veränderungen auf seiner Oberfläche nicht mehr erkennen, sprechen Fachleute von Escape Mutationen.

Eine solche Escape-Mutation trägt den Namen E484K.

Sie wurde gegen Weihnachten sowohl in Südafrika als auch in Brasilien in den Virusvarianten B.1.351 und P.1 zuerst entdeckt. In beiden Ländern infizieren sich viele Menschen mit den Mutanten, die bereits zuvor eine Corona-Erkrankung durchgestanden hatten – ein Indiz dafür, dass die Mutanten der Immunabwehr entkommen.

Sollten tatsächlich Virusvarianten entstehen, die durch Mutationen resistent sind gegen die bislang zugelassenen Impfstoffe, so lassen sich diese zumindest schnell anpassen.

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Die Impfkampagne bleibt neben dem Testen und der Nachverfolgung („tracing“) bei der Pandemiebekämpfung dennoch von entscheidender Bedeutung. Es soll nicht nur Leben retten, sie soll den Menschen langfristig auch einen unbeschwerten Alltag ohne Lockdowns, Abstand und mit offenen Schulen, Geschäften und Kultur ermöglichen. Dafür sollen möglichst viele Menschen geimpft werden, und diejenigen, die sich nicht impfen lassen können oder wollen, sollen durch die Gemeinschaft mitgeschützt werden. Ein Leben mit deutlich weniger Einschränkungen und deutlich weniger Todesfällen ist möglich, wenn erst einmal so viele Menschen wie möglich geimpft sind.

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Ausführliche Informationen bezüglich des Impfstarts in Arztpraxen /Impfzentren entnehmen Sie bitte folgenden Links:

 

Prioritätenliste:

https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Vierte_Empfehlung_01042021_Download.pdf?__blob=publicationFile

Impfzentren – Telefonische Anmeldung unter der

kostenfreien Nummer: 0800 455 655 0

  

Impfzentren – Online Termine: https://www.impfen-sh.de/sh/start

 

Infopapier: Infopapier_Impfzentren

 

Leitfaden zur Impfung:

Leitfaden_fuer_PatientInnen_und_BuergerInnen_zur_Corona-Schutzimpfung_interaktiv

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AUFKLÄRUNGSMERKBLATT Zur Schutzimpfung gegen COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) –

mit mRNA-Impfstoffen:

 

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Downloads-COVID-19/Aufklaerungsbogen-de.pdf?__blob=publicationFile

 

ANAMNESE Bogen- Schutzimpfung gegen COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) – mit mRNA-Impfstoffen:

 

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Downloads-COVID-19/Einwilligung-de.pdf?__blob=publicationFile

 

 

AUFKLÄRUNGSMERKBLATT Zur Schutzimpfung gegen COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) – mit Vektor-Impfstoffen:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Downloads-COVID-19-Vektorimpfstoff/Aufklaerungsbogen-de.pdf?__blob=publicationFile

 

ANAMNESE Bogen- Schutzimpfung gegen COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) – mit Vektor-Impfstoffen:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Downloads-COVID-19-Vektorimpfstoff/Einwilligung-de.pdf?__blob=publicationFile

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Smart­pho­ne-App zur Er­he­bung der Ver­träg­lich­keit von CO­VID-19-Impf­stof­fen:

https://www.pei.de/DE/newsroom/hp-meldungen/2020/201222-safevac-app-smartphone-befragung-vertraeglichkeit-covid-19-impfstoffe.html

Ärztlicher Meldebogen zur Weiterleitung an Gesundheitsamt und PEI:

https://www.kvsh.de/fileadmin/user_upload/dokumente/Praxis/Praxisfuehrung/Coronavirus/ifsg-meldebogen-verdacht-impfkomplikation.pdf

 

CORONA-WARN-app:

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-warn-app/unterstuetzt-uns-im-kampf-gegen-corona-1754756

LUCA-app:

https://www.luca-app.de

 

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